Lexi liegt im Koma

Sie hat gerade ihre Lebensenergie und ihren Witz verloren. Sie muss mit Freude beatmet werden, doch die Lunge kollabiert.
Lexi hatte immer ihre kleine Welt, um welche sie eine hohe Mauer gebaut hat. Der Bau der Mauer dauerte Jahre und mit jedem Ziegelstein mehr, wuchs die Hoffnung, dass die Mauer am Ende stand. Die Mauer wurde erst vor kurzem fertiggestellt. Sie stand und war stark genug, alle Bedrohung von aussen abzuhalten.



Lexi hat vergessen, daran zu denken, dass ihre Welt trotzdem verletzlich ist. Eine kleine Briefbombe wurde von einem Habicht über ihrer Welt abgeworfen. Es gab eine grosse Staubwolke, Lexi konnte nicht sehen, was geschehen war und irrte durch den Nebel. Immer wieder stiess sie dabei auf die Mauer, die Mauer hatte der Belastung stand gehalten und hatte ihre Welt beschützt. Doch nach vier Wochen lichtete sich der Nebel und es schien wieder ein lichter Sonnenstrahl in ihre Welt.


Lexi freute sich, ihre Welt wieder geniessen zu können. Ihre Freude wurde zu blankem Entsetzen, als sie sah, was der Sonnenstrahl in trügerisch sanftem Licht beleuchtete. Ein Teil ihrer Welt war zerstört und Lexi war durch ihre selbstgebaute Mauer darin gefangen. Sie wollte weg, doch beim verzweifelten Versuch über die Mauer zu klettern viel sie in ein Koma.
Jetzt sitzt sie zu Hause und verbrennt sich die Zunge an zu heissem Tee. Es ist schmerzhaft ein Teil ihrer Welt aufgeben zu müssen, doch mit ein bisschen Regen wächst bald wieder Gras über die Sache und vielleicht blühen im Frühling wieder erste Blumen.


Kommentare

Anonym hat gesagt…
Lexi...der Tee kühlt ab. Und...manchmal wächst man über die selbstgemauerte Mauer hinaus...dann reicht dieser Schutzwall, der eigentlich einsperrt nur noch bis über die Knie und man kann lässig darüber hinwegsteigen und sein Revier erweitern.