Freedom- die Suche nach Freiheit



Ich sollte studieren, in fünf Jahren einen Master summa cum blabla machen, dem Prof in den Arsch kriechen, den Dok machen, danach einen Karriere Job angeln. Parallel dazu natürlich zweimal in der Woche meinen Blog füttern, Sport treiben, fit und fresh bleiben und nebenbei noch kulturell tätig sein. Dafür muss ich an der ETH am besten ein neues Gerät entwickeln, mich mit elektromagnetischen Spezialkräften vierteilen und meine Schlafzeit von 8 auf 8 geteilt durch 2 minus 4 anpassen. 


Der Start für diesen schönen Plan wäre jetzt. Der Platz in der Poleposition ist gesichert, aber was will ich -normalerweise mit dem L auf dem Kofferraum- in Monaco auf der Rennbahn? Der Motor stirbt beim Start ab und vielleicht ist das gut so. Vielleicht ist der Moment gekommen um die Ansprüche runter zu schrauben. Nachzudenken. Darüber was uns das Leben neben einem Burnout, 24/7 Erreichbarkeit und 100% Kontrolle noch bietet. 

Man nennt es ab und zu Freiheit. Man kann sie nicht besitzen und weder im Migros, Denner noch im Globus Premium Shopping kaufen. Freiheit bedeutet nicht den lieben langen Tag mit dem Joint rummarschieren und keinen Job haben. Frei ist man dann, wenn man tut was man will, will was man tut und tut was man kann. Auch wenn Mami Papi Frau Professor und Herr Dr. sind, kann klein Baby eine Schreinerlehre machen. Versteh mich jetzt nicht falsch, auch eine durchgestylte Karrieretussi mit geplätteten Haaren und Botoxlippen kann frei sein. Ich weiss einfach nicht, wie gross die Freiheit ist, wenn der Schönheitsguru mit Rattengift jedes Lachen eingefroren hat… Vielleicht war da mal der grosse Wunsch nach Fischlippen und einem besseren Pokerface beim Pokern? 

Das Problem bei der Freiheit sind die Ansprüche Und wir Schweizer sind die Meister darin. Mit 28 ein Karriere-Job, ein Haus, ein Ehering, ein Mann/Frau, 2 Kinder und einmal die ganze Welt gesehen haben. Vielleicht sollten wir diesen Fahrplan einmal überdenken und überlegen, was wir wirklich wollen. Ich will weder ein Fisch werden, noch ein Pokerface haben und rein orientierungsmässig bin ich eine Null, da nützt der beste Fahrplan nichts.  

Kommentare