Breaking News: Blog kommt unter die Räder



Manchmal wird ein Blog einfach vom Leben überrollt. Es ist nicht einmal die Zeit die fehlt. Ich sitze pro Woche immerhin mehr als 14 Stunden im Zug. Zeit zum Schreiben. Den Laptop nehme ich pflichtbewusst und mit guten Vorsätzen mit. Zum Arbeiten. Dann sitze ich im Zug und schaue aus dem Fenster. Sehe einen wunderschön glitzernden See (die Queen wäre stolz würden ihre Klunker so funkeln), staune über einen bunten Wohnblock, streiche mit einem imaginären Rotstift lehrermässig die Rechtschreibefehler in den Werbeplakaten an und studiere fasziniert die langsam sich verfärbenden Bäume. Van Gogh und jeder Graffitisprayer wäre auf diesen Farbeverlauf neidisch. Wenn die Sonne jetzt noch länger in mein Gesicht scheint, bekomme ich gleich noch einen Sonnenbrand. Aber ehe der Winter kommt, muss ich schliesslich noch meine Vitamin D Speicher aufladen. 

Auch neben Diamantenseen, läppischen Laubbäumen und architektonischen (misslungenen) Kunstwerken gibt immer einen Grund nichts zu schreiben. Entweder man hat nichts zu sagen, man hat nichts Schlaues zu sagen oder man hat einfach keine Lust etwas zu sagen. Und manchmal gibt es eigentlich so viel zu sagen, dass man nicht mehr weiss, was man eigentlich sagen wollte. In diesem Fall sitzt man eben wie ich im Zug, fährt durch die Schweiz hört John Lennon und versucht seine Gedanken und Ideen zu ordnen. Als Grundregel gilt immer, wenn ich dann doch mal schreiben will, muss ich umsteigen oder ist der Akku vom Laptop leer. Und bei dem ganzen Arsenal an elektronischen Geräten, das ich immer mit mir rumschleppe schreibe ich doch nicht von Hand.
Was ich eigentlich sagen will: Wenn das reallife vor dem Fenster wunderschön ist, sollte man mit der Zeit hinter dem Laptop auf Regenwetter warten. Wenn man Zeit hat und sowieso nichts läuft. Es macht einfach keinen Sinn aus Limonade Zitronensaft zu extrahieren.

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