Goodbye 2017!!

Ich bin kein Freund von ungeraden Zahlen und Schubladisierung. Das Jahr 2017(ungerade Zahl) ist bald vorbei, doch gerade beim Jahreswechsel bietet sich eine weitere Schubladisierung an.
Schublade Nr.1 sind die optimistischen Pessimisten: Die, deren letztes Jahr (angeblich) grässlich war. Deren Jahr jedes Silvester wieder grässlich war und die ihre ganze Hoffnung auf ein neues besseres Jahr setzen. Auch wenn sie aus der Erfahrung wissen müssten, dass ihre Jahre ja wieder grässlich werden, wenn sie zum Ende immer grässlich waren.


Die zweite Schublade sind die rosaroten Nostalgiker. Ihr Jahr war immer super. Sie hatten wunderschöne, supertolle megahammermässige ultra Ferien mit den weltallerbesten Menschen an ihrer Seite. An Pech, peinlichen Situationen und verregneten Sonntagen liefen sie vorbei wie ein Pferd mit Scheuklappen. Am Silvesterabend sind sie entweder die pessimistischen Optimisten à la ein besseres Jahr kann man nicht mehr haben oder die optimistischen Optimisten, die die ganze Nacht mit ihren weltallerbesten Menschen feiern und irgendwann im Laufe des 1. Januars mit Kopfschmerzen aufwachen. Die Glücklichen haben das bis nächstes Silvester aber sicher wieder vergessen. Schliesslich hatten sie ja immer das beste Jahr ihres Lebens.


Ich bin kein Fan der Schubladen und so chaotisch wie die Schubladen meines Schreibtischs sind, war auch ungefähr mein letztes Jahr. Es ging es mir so, wie der SBB, wenn es das erste Mal schneit. Ich war verspätet, es kam eine Stellwerkstörung dazu und um die Verspätung aufzuholen erhöhte ich die Geschwindigkeit und entging knapp einer Entgleisung. Gelandet bin ich jetzt Ende Jahr nicht wie geplant am Hauptbahnhof Züri, sondern irgendwo in einem kleinen Kaff im Nirgendwo. Zum guten Glück habe ich das GA. Irgendein Bus wird schon weiterfahren.

Im letzten halben Jahr habe ich zuerst eine Aufnahmeprüfung in Sand gesetzt, den Kopf zwischendurch in den Sand gesteckt, ein Studium angefangen und jetzt doch noch einmal einen Stopp eingelegt. Es ging drunter und drüber, aber es war auch eine echt lustige Zeit. Ich ging an die Uni, übernachtete dabei in der Jugendherberge in 4Bett-Zimmern, nachher in einer Chaos WG, stellte einen neuen persönlichen Telefonierrekord auf und versuchte mich in Französisch und Englisch wenigstens mithilfe von Leo und meinen Händen zu verständigen.

Es wird sich auch im nächsten Jahr nicht alles ändern. Weder das Chaos in meinem Zimmer, noch Trumps Twitterposts. Und wenn ich eines im letzten Jahr gelernt habe, ist es, dass das Leben durch die besten Pläne keinen Strich macht. Es nimmt den Plan, zerknüllt ihn, lässt ihn zerschreddern, verarbeitet ihn zu Kompost und lässt daraus Blumen wachsen, die solange schön sind, bis es das erste Mal regnet und das wird in der Schweiz nicht allzu lange dauern.


DANKE an ALLE
(Die, die ich mit alle meine, meine ich, wissen, dass ich sie mit alle meine)  
für ALLES
(Die, die ich mit alle meinte, meine ich, wissen, was ich mit alles meine)

Ich wünsche ALLEN ALLES Gute.




Kommentare

Benne hat gesagt…
Vielen Dank Lexilike für deine aufklärerische Differenzierung deiner Schubladen... jetzt kann ich doch beruhigt das Neue Jahr in angriff nehmen und dann nächstes Silvester feststellen ob ich vom Optimist zum Pessimist geworden bin. Dir natürlich alles gute und chaotisches (du scheinst das ja gut zu meistern) für's neue Jahr